WAHL Fünf Bürgermeisterkandidaten treten an / Viele gehen von Stichwahl aus / Problem mit den Benachrichtigungen

DIEBURG - Noch nie war der Ausgang einer Bürgermeisterwahl in Dieburg so spannend wie aktuell. Fünf Kandidaten treten an diesem Sonntag, 12. März, an. Es scheint – so absurd es klingt – vier Favoriten zu geben. Mal liegt der eine, mal der andere vorn, so der Eindruck aus Gesprächen mit vielen Einwohnern. Große Teile der Bevölkerung sind elektrisiert in dieser Ausgangslage. Seit Wochen gibt‘s nur ein Thema: Wer wird‘s wohl werden? 

Mit dem klarem Vorteil, die CDU als stärkste Kraft im Parlament hinter sich zu wissen, geht Fraktionsführer Renée Exner ins Rennen. Zehn Jahre lang hat er sich im Stadtparlament emporgearbeitet, führt zudem den CDU-Stadtverband an; ein bekanntes Gesicht. Doch die zuvor kaum politisch in Erscheinung getretenen parteilosen Kandidaten Frank Haus, Erik Marx und Thomas Disser haben sich rasch im Mittelzentrum bekannt gemacht, auch durch ungewöhnliche Aktionen im Wahlkampf, wie Bustouren oder ein Fragebogen zu den Anregungen der Einwohner. Zudem gibt‘s da noch den umherreisenden Kandidaten Hein Gottfried Fischer aus dem Raum Aachen.

Fehler bei der Postzustellung

Als ob die Ausgangslage nicht schon spannend genug wäre, gibt‘s nun auf den letzten Metern noch ein unerwartetes Problem mit den Wahlbenachrichtigungen. „Bei deren Versand durch das kommunale Gebietsrechenzentrum kam es zu Zustellungsdefiziten“, hieß es am Freitag aus dem Dieburger Rathaus.

Etliche Einwohner der Stadt hatten sich dort gemeldet, weil sie ihr Kärtchen nicht erhalten hatten. „Juristisch kein Problem; die Wahl ist fristgerecht mit einer Bekanntmachung angekündigt worden; dabei wurde auch darauf hingewiesen, dass diejenigen, die keine Wahlbenachrichtigung erhalten haben, sich diese im Rathaus abholen können“, hieß es auf ECHO-Anfrage am Freitag aus dem Rathaus. Es könne ja nicht sein, dass wegen Fehlern bei der Postzustellung eine Wahl abgesagt werden müsse.
Die Direktwahl in Dieburg liege im alleinigen Verantwortungsbereich des Wahlleiters der Stadt und nicht im Zuständigkeitsbereich der Kommunalaufsicht, antwortete die Kreis-Pressestelle auf ECHO-Anfrage.

Betroffen ist unter anderem der Westring

„Wie viele Wahlbenachrichtigungen nicht ausgeliefert wurden; und wo, das wissen wir nicht“, schilderte Pressesprecherin Ulrike Posselt aus dem Rathaus. Unter anderem sei wohl der Westring betroffen. Wer kein Kärtchen bekommen hat, kann dennoch mit seinem Personalausweis im üblichen Wahllokal problemlos sein Kreuzchen machen.

Auch Briefwahl ist noch möglich; am Samstag zwischen 9 und 12 Uhr im Rathaus. Mehr als 1700 Dieburger haben sich die Unterlagen bereits geben lassen. Im Jahr 2011 waren es insgesamt 2253 Briefwähler.

Die Ergebnisse aus den einzelnen Wahllokalen werden nach 18 Uhr sowohl im Rathaus als auch auf der Internetseite der Stadt (www.dieburg.de) präsentiert. Auch unterwegs können sich die Wähler das Ergebnis auf Smartphones mit der App „Wahlinfo“ anzeigen lassen; die Wahl-App gibt es auf www.wahlinfo.de zum Herunterladen.

Sollte keiner der Kandidaten am Sonntag die absolute Mehrheit der abgegebenen Stimmen erreichen, gibt‘s nochmal zwei Wochen Nachschlag im Wahlkampf; dann würde der neue Bürgermeister erst bei einer Stichwahl am 26. März bestimmt.